Schweiz/Serbien/Montenegro 2017, DCP, in Farbe

Regie: Nicolas Wagnières

78 Min., französisch-serbische O.m.U.

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Das Hotel Jugoslavija wurde 1969 als moderner Repräsentationsbau des sozialistischen Jugoslawien im nach dem zweiten Weltkrieg neu entstandenen Stadtbezirk Novi Beograd errichtet. Es steht am Ufer der Save-Mündung in die Donau, vis-à-vis des historischen Zentrums von Belgrad und ist für den in Lausanne geborenen Filmemacher Nicolas Wagnières in seinem dokumentarischen Essay vieles zugleich: Friedhof, Fundgrube, Schicksalsort. Jugoslawien kannte er nur aus Kindheitserinnerungen, wo er zusammen mit der von dort stammenden Mutter viele Sommerurlaube an der Adria verbracht hatte.

Im Jahr 2005 machte er das erste Mal Filmaufnahmen in dem damals leer stehenden Gebäude, das ihn seitdem nicht wieder losließ. Wagnières begann mit dem Erforschen der Epochen und Räume des Hotels, traf Menschen, die eine starke Verbindung dazu hatten, spürte spannendes Archivmaterial auf. Dabei wird das Hotel zum mythischen Zeugen der wechselvollen Geschichte eines Landes unter dem Einfluss verschiedener politischer Systeme und Ideologien – von Tito bis Milošević, vom Sozialismus bis zum Nationalismus, den Bombardierungen der NATO bis zum korrupten Liberalismus.