Vereinigtes Königreich 2018, DCP, in Farbe

Regie: Richard Billingham, mit Patrick Romer, Justin Salinger, Ella Smith

108 Min., englisches O.m.U.

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Mit Fotografien von seinen Eltern Raymond und Elisabeth ist der britische Künstler Richard Billingham bekannt geworden. Gedacht waren sie eigentlich nur als Vorlagen für Gemälde, denn Billingham wollte ursprünglich Maler werden. Mit seinem Spielfilm Ray & Liz liefert er nun die aus Erinnerungen und gelebten Erfahrungen hergestellte Hintergrundstory zu den Fotos: Eine bis ins kleinste Detail sorgfältig gestaltete Rekonstruktion seiner schwierigen Kindheit zwischen Armut und Vernachlässigung in der Thatcher-Ära der 1980er-Jahre in einer Black Country genannten Industrieregion in den West Midlands.

Erzählt werden drei Episoden aus unterschiedlichen Zeiträumen. Die erste bildet den Rahmen für die anderen beiden zeitlich weiter zurückliegenden. Sie zeigt den alten Ray, der eine Art Eremitendasein führt. In der zweiten Episode, die um Rays debilen Bruder Lol kreist, ist Richard Billingham 10 Jahre alt und Vater Ray bereits arbeitslos. Die dritte, sich ins Draußen öffnende Episode spielt etwa acht Jahre später und dreht sich um Richards jüngeren, jetzt 10-jährigen Bruder Jason.

Billingham klagt nicht an, verklärt nichts, es liegt ihm fern, vordergründigen emotionalen Wirkungen wie Empörung und Mitleid Raum zu geben, sondern er überlässt es dem Zuschauer, eine eigene Position zu beziehen.